Herr Schweizer, warum setzt sich die VSLI für das Thema «Mehr öffentliche Gebäude in Holzbauweise» ein?

Immobilien der öffentlichen Hand sind nicht nur eine Visitenkarte sondern durch die öffentliche Nutzung auch von grösstem öffentlichen Interesse. Dazu gehört auch das Thema Nachhaltigkeit. Gerade im Zuge der Energiestrategie 2050 des Bundes und der 2000-Watt-Gesellschaft werden die Diskussionen rund um die graue Energie in Gebäuden immer wichtiger. Seit rund zehn Jahren gelten in der Schweiz Brandschutzvorschriften, die deutlich besser auf den natürlichen Werkstoff abgestimmt sind. Damit wären die Wege frei für Holzbauten mit sechs bis acht Geschossen. Dennoch kommt der Holzbau noch viel zu selten zum Zug.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Sicherlich braucht es noch mehr Aufklärungsarbeit bei den Architekten und Planern einerseits sowie in der Politik und Behörden anderseits , damit diese sich ausreichend mit der Materie auseinandersetzen. Öffentliche Bauherren können aber mit der Ausarbeitung des Projektes oder der Submissionsformulare bereits in eine klare Richtung vorspuren. In Zusammenarbeit mit Bauingenieuren lassen sich Diskussionen um Kosten, Machbarkeit und Visionen von Bauvorhaben bestens abstecken. So können auch Varianten in Holzbauweise gerechnet, durchgespielt und Voraussetzungen wie „Schweizer Holz“ in der Ausschreibung einbezogen werden.

Wie bringen Sie Ihre Mitglieder auf den Holzbauweg?

Die Verantwortlichen im Immobilienbereich der öffentlichen Hand haben erkannt, dass verlässliche Informationen eine wesentliche Voraussetzung für die zielgerichtete Steuerung und Optimierung ihrer Immobilienportfolios darstellen. Die VSLI geht deshalb mit der Kampagne „Mehr öffentliche Gebäude bauen mit Holz…mit Schweizer Holz“ auf Veranstaltungstour und propagiert die Holzbauweise auf breiter Front. Wir sind überzeugt, dass die Holzbauweise für das nachhaltige öffentliche Gebäude der Zukunft aufgrund der Eigenschaften des nachwachsenden Rohstoffs eine solide Basis bildet. Aber auch weitere Vorteile wie die vergleichsweise schnelle Bauweise und die hohen Dämmwerte trotz schlanker Konstruktionen wollen wir in den Köpfen von Behördenvertretern verankern. Schweizer Wohnsiedlungen, Büro- und Schulbauten sollen in Zukunft vermehrt in Holz – beziehungsweise in Mischbauweise mit Holzfassade ausgeführt werden. Denn der Holzbau kann heute dank innovativer Forschung und Entwicklung, rationeller Fertigung und präziser Montage bezüglich Machbarkeit und Kosten auch in grossem Massstab mehr als nur mithalten.

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